Magen-Darm-Infekt

magen-darm-infekt

Mit der Bezeichnung Magen-Darm-Infekt umschreibt der Volksmund die entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die im Allgemeinen auch als Magen-Darm-Grippe bezeichnet wird. Allerdings hat sie nichts mit einer Influenza gemein. Sie kennzeichnet sich vor allem durch häufiges Erbrechen und Durchfall.

Zur Prophylaxe reicht die Beachtung hygienischer Maßnahmen im Umgang mit an einem Magen-Darm-Infekt erkrankten Menschen. Nicht ausreichende Desinfektion der Hände kann infektiösen Stuhl über die Nahrung in den Magen-Darm-Trakt befördern. Dies nennt man eine fäkal-orale Schmierinfektion und passiert häufig. Für eine Infektion durch Salmonellen muss eine Anreicherung der Bakterien durch eine längere Lagerung der Speisen stattfinden, um die minimale Infektionsdosis zu erreichen.
Aber auch eine Tröpfcheninfektion wie beim hochinfektiösen Norovirus kann eine Ansteckung hervorrufen. Erregerhaltige Tröpfchen gelangen durch das schwallartige Erbrechen des Patienten in die Luft und können vom Pflegepersonal oder Angehörigen aufgenommen werden.
Es existieren Impfungen gegen einzelne Erreger des Magen-Darm-Infekts gerade für kleine Kinder. Sie werden jedoch allesamt in Deutschland nicht empfohlen.

Der Magen-Darm-Infekt bricht zwischen 4 und 48 Stunden nach der Ansteckung aus. Die Symptome beginnen mit Appetitlosigkeit und Übelkeit bis zum ersten Erbrechen. Der Durchfall kommt wenige Stunden später hinzu, die Magenprobleme lassen oft bis dahin nach. Je nachdem, wie schwer der Magen-Darm-Infekt die Schleimhaut geschädigt hat, kann der Durchfall auch blutig sein. Folge der starken Darmbewegungen, die der Durchfall auslöst, sind krampfartige Bauchschmerzen. Wie bei jeder Infektion wird der Magen-Darm-Infekt von Fieber, Schwindelgefühlen und Erschöpfung begleitet.

Da zur Behandlung die Beseitigung der Ursache meist schwierig ist, werden in erster Linie die Symptome therapiert. Dazu gehört die Zufuhr von Flüssigkeit und Salz, da der Durchfall und das Erbrechen einen starken Mangel daran hervorrufen. Inzwischen gibt es dafür ein spezielles Präparat von der Worlds Health Organisation, eine Traubenzucker-Salz-Lösung. Gelingt die Rehydration nicht, erfolgt gegebenenfalls eine Infusion. Vor allem bei kleineren Kindern ist dies wichtig.
Die erste Nahrungsaufnahme sollte mit leicht verdaulichen Kohlehydraten wie Zwieback und Salzstangen erfolgen und bereits von Anfang der Krankheit an versucht werden. Die früher empfohlene Nahrungspause führt eher zu einer Verlängerung der Durchfalldauer.
Eine Therapie mit Antibiotika sollte nur in Ausnahmefällen in Erwägung gezogen werden, da sie insbesondere bei Salmonelleninfektionen dazu führt, dass vom Erkrankte noch wesentlich länger eine Ansteckungsgefahr ausgeht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *