Wie erkennt man eine Blinddarmentzündung?

Blinddarmentzuendung

Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist der Wurmfortsatz, ein Anhängsel des Blinddarms, entzündet. Daher handelt es sich bei einer Blinddarmentzündung eigentlich gar nicht um eine Entzündung des Blinddarms direkt.

Die Ursachen für eine solche Entzündung können verschiedene sein, zum Beispiel eine Verstopfung des Wurmfortsatzes durch Obstkerne, Kotsteine oder das Abknicken des Wurmfortsatzes. In seltenen Fällen können auch Parasiten wie zum Beispiel Würmer Ursache sein, ebenso wie eine Verwachsung des Darms. Blinddarmentzündungen durch Bakterien kommen selten vor, sind aber möglich. Ebenfalls können entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn eine solche Entzündung auslösen.

Liegt der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung vor, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Es kann bei einer Appendizitis zu ernsten Komplikationen kommen, wie zum Beispiel zum Blinddarmdurchbruch. Ein solcher Durchbruch kann unbehandelt sogar zum Tod führen.

Typische Symptome einer Blinddarmentzündung sind unter anderem Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder starke Verstopfung, erhöhte Temperatur, Nachtschweiß und schneller Puls. Die Schmerzen treten meist erst in der Gegend des Bauchnabels und in der Magengegend auf. Innerhalb von etwa zwölf Stunden “wandert” der Schmerz in den rechten Unterbauch. Es entsteht der sogenannte Erschütterungsschmerz, der zum Beispiel beim Laufen und beim Hüpfen auftreten kann. Das geht soweit, dass der Patient das rechte Bein immer möglichst weit anzieht und beginnt, zu hinken, da das Strecken des Beins starke Schmerzen hervorruft. Spätestens bei diesen Symptomen sollte der Weg zum Arzt bzw. ins Krankenhaus genommen werden.

Man kann unterscheiden zwischen einer einfachen und einer zerstörerischen Blinddarmentzündung. Bei der zerstörerischen Variante kommt es nach und nach zum Zerfall des Gewebes des Wurmfortsatzes.

Die Symptome einer Blinddarmentzündung sind nicht immer eindeutig. Bei Frauen müssen zum Beispiel gynäkologische Ursachen für die Schmerzenausgeschlossen werden. Der Arzt führt zur Diagnosesicherung verschiedene Tests durch, unter anderem drückt er auf bestimmte Punkte im Bauch und beobachtet dabei die Schmerzentwicklung. Im Zweifel muss eine Bauchspiegelung vorgenommen werden.

Meistens wird bei einer akuten Blinddarmentzündung eine Operation angesetzt, in der der Wurmfortsatz entfernt wird. Am häufigsten wird heutzutage minimal-invasiv operiert, das heißt mithilfe eines Endoskops und nur einem kleinen Schnitt in den Bauch. Eine offene Operation, bei der die Bauchdecke stärker aufgeschnitten wird, muss nur in schweren Fällen vorgenommen werden. Eine Blinddarmoperation ist ein häufiger Eingriff, die Ärzte sind auf diesem Gebiet sehr routiniert.

Im Normalfall erholt sich der Patient nach einer Blinddarmentzündung  vollständig. Statistisch gesehen stirbt nur noch einer von tausend Patienten an den Komplikationen einer Appendizitis. Wichtig ist, die Behandlung möglichst früh zu beginnen, denn umso schneller kann die Heilung vonstatten gehen.

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